Dieser Satz ist mir über den Podcast „halbsowild_podcast“ in die eigenen Gedanken gelaufen und hat mich sofort erwischt. Manche Sätze begegnen uns genau zur richtigen Zeit. Dieser war einer davon. Was daraus entstanden ist, möchte ich heute mit Ihnen teilen.
Es geht um Energie zwischen Menschen. Um das, was Begegnungen in uns auslösen. In Partnerschaften. In Freundschaften. In Familien. Im Beruf. Eigentlich überall dort, wo Menschen miteinander zu tun haben.
Offenbar kostet es erstaunlich wenig Energie, etwas oder jemanden auszubremsen.
„Nein… geht nicht… ich kann nicht… ich mag nicht… ich habe keine Lust… heute nicht… na, ich weiß nicht…“
Es kostet aber ungleich viel mehr Energie, jemanden mit ins Team zu holen und von einer Idee zu begeistern, wenn dieser jemand auf der „Kein Bock-Welle“ schwimmt.
„Lass uns doch… oder wir könnten auch… was hältst du von… ich würde gerne…“
Mit jedem neuen Vorschlag spüren Sie, wie Ihre eigene Begeisterung ein Stück kleiner wird.
Irgendwann geht es gar nicht mehr darum, was Sie unternehmen könnten oder welches Projekt in Angriff genommen werden könnte. Sondern nur noch darum, den anderen überhaupt in irgendeine Form von Bewegung zu bringen.
In vielen Beziehungen versucht so ein Teil seine Bedürfnisse zu kommunizieren, seine Wünsche, Träume, Vorstellungen zu transportieren und wird sofort ausgebremst von einem Gegenüber, dass vielleicht sehr gelassen, aber auch sehr stabil auf der Bremse steht und ganz schnell ist die Luft raus, Euphorie, Begeisterung und Tatendrang schwinden, bis sie irgendwann ganz weg sind.
Lassen Sie uns ein Beispiel aus dem Beziehungsalltag durchspielen und erlauben Sie sich ein paar Minuten, um darüber nachzudenken, wie Sie reagieren würden. Die Frage ist in beiden Fällen die gleiche, die Reaktionen jedoch unterschiedlich:
A fragt B: Was möchtest Du heute Abend essen? Ich koche uns was Schönes.
Variante 1:
A: Ach ich weiß nicht. Ich habe überhaupt keinen Appetit. Kochen dauert so lange. Dann muss ich wieder den Abwasch machen. Das ist mir zu aufwendig…
Wenn Sie jetzt B wären… wie wäre ihre Reaktion? Was für Gedanken kommen Ihnen und was möchten Sie sagen?
Variante 2:
A: Super Idee! Ich freue mich riesig, mit Dir zusammen zu Kochen und dann gemeinsam zu essen. Schick mir, was wir brauchen. Ich fahre schnell einkaufen.
Wenn Sie jetzt B wären… wie wäre ihre Reaktion? Was für Gedanken kommen Ihnen und was möchten Sie sagen?


Es macht einen Unterschied, wie die Menschen, mit denen Sie sich tagtäglich umgeben mit ihnen agieren und auf sie reagieren. Es macht etwas mit ihrer eigenen Energie.
Es sorgt entweder dafür, dass Sie sich enttäuscht, entmutigt oder vielleicht sogar gekränkt fühlen. Wenn sie sich immer wieder bemühen und sinnbildlich das Auto anschieben oder den Stein den Berg hinaufrollen und trotzdem… nein trotzdem, mag es nicht gelingen.
Es kann aber auch dafür sorgen, dass sie sich gewollt, verstanden, geliebt und unterstützt fühlen. Achten Sie darauf, welche Menschen Ihnen Energie schenken. Welche sich mit Ihnen freuen können. Welche Lust haben, gemeinsam Ideen wachsen zu lassen.
Plötzlich entsteht etwas Gemeinsames. Aus einer Idee wird Vorfreude. Die Begeisterung des einen steckt den anderen an. Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil beide bereit sind, sich auf etwas einzulassen.
Sie sehen Möglichkeiten statt Hindernisse. Sie bringen eigene Ideen ein. Aus einer einzelnen Idee wird plötzlich ein gemeinsames Projekt.
Natürlich gibt es auch Tage, an denen wir alle müde sind. Tage, an denen uns die Energie fehlt. Es geht nicht darum, immer positiv sein zu müssen.
Aber es macht einen Unterschied, ob jemand grundsätzlich bereit ist, sich auf das Leben einzulassen – oder ob jede Bewegung erst mühsam angeschoben werden muss.
Deshalb lohnt es sich manchmal, einen Blick auf die Menschen in unserem Umfeld zu werfen.
Wer gibt Ihnen Energie?
Wer freut sich mit Ihnen?
Wer macht aus einer Idee etwas Größeres?
Und bei wem haben Sie das Gefühl, ständig schieben zu müssen?
Vielleicht kennen Sie beide Seiten.
Vielleicht waren auch Sie schon einmal der Mensch, der gebremst hat.
Darum geht es gar nicht.
Es geht darum, sich bewusst zu machen, welche Dynamik zwischen Menschen entstehen kann.
Begeisterung steckt an.
Genauso wie Resignation.
Und manchmal beginnt Veränderung genau dort, wo wir Menschen an unserer Seite haben, die nicht zuerst erklären, warum etwas nicht funktioniert.
Sondern lächeln und sagen: